
PAR, PPF & PPFD:
Unterschiede, Messung & Heatmap
Die Werte PAR, PPF und PPFD bringen euch zurück in den Physikunterricht! Stellt euch vor, ihr sitzt wieder in eurem alten Klassenzimmer oder in unserer virtuellen Akademie, aber dieses Mal geht es nicht um trockene Formeln, sondern um lebendige Cannabispflanzen und darum, wie sich Photonenfluss (PPF), Photonenflussdichte (PPFD) und der relevante Spektralbereich (PAR) beschreiben und messen lassen. Darauf aufbauend betrachten wir im nächsten Modul den Lichtzyklus und damit die Frage, wie lange die Pflanzen täglich beleuchtet werden. Aus Lichtintensität und Beleuchtungsdauer ergibt sich schließlich der DLI – die tägliche Photonenmenge, die einer Pflanze zur Verfügung steht oder stehen sollte.
Überblick
Bevor wir in das Thema PAR, PPF und PPFD richtig eintauchen, lohnt sich ein kurzer Blick auf das, was vor euch liegt: Wir starten bei PAR und arbeiten uns Schritt für Schritt durch die verschiedenen Lichtwerte / Messgrößen und ihre Zusammenhänge. Dabei begegnen euch neben PAR, PPF und PPFD auch Lumen und Lux, sowie praktische Tipps zur richtigen Messungen. Ihr könnt eure Messwerte verwenden und mit Hilfe unseres kostenlosen PPFD-Heatmap-Generators die Lichtverteilung visualisieren lassen und Durchschnitt, Minimum, Maximum sowie die Uniformität berechnen.
An dieser Stelle ein erster Überblick, den wir später vertiefen werden: PAR beschreibt den Spektralbereich, PPF die gesamte Photonenmenge und PPFD die Photonenmenge, die pro Sekunde auf einen Quadratmeter trifft.
PAR
PAR (Photosynthetically Active Radiation) bezeichnet den für die Photosynthese nutzbaren Wellenlängenbereich des Lichts (ca. 400-700 nm).
PPF
PPF (Photosynthetic Photon Flux) gibt die Gesamtmenge der von einer Lichtquelle emittierten Photonen pro Sekunde an (μmol/s).
PPFD
PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density) misst die Anzahl der für die Photosynthese nutzbaren Photonen pro Sekunde und Quadratmeter (μmol/m²/s).
PPFD-MAPPING
Beim PPFD-Mapping wird die PPFD-Verteilung auf einer definierten Fläche anhand mehrerer Messpunkte erfasst. Eine Heatmap stellt diese Messwerte anschließend visuell dar.
PAR (Photosynthetically Active Radiation)
Lasst uns ohne lange Umschweife mit dem ersten Wert loslegen: PAR steht für "Photosynthetically Active Radiation" und umfasst den Bereich des Lichtspektrums, den Pflanzen für die Photosynthese nutzen können. Es ist sozusagen das "Licht als Pflanzenfutter".
PAR konzentriert sich auf Wellenlängen zwischen 400 und 700 Nanometern. Das ist der Bereich, in dem Pflanzen am effektivsten Lichtenergie in chemische Energie umwandeln können. Ihr könnt euch auch vorstellen, PAR wäre ein Ernährungsberater, der genau weiß, welche Nährstoffe eure Cannabispflanzen brauchen. Es geht also nicht nur darum, viel Licht zu haben, sondern das richtige Licht in der richtigen Menge.
PPF (Photosynthetic Photon Flux)
Wenn PAR der Ernährungsberater ist, dann ist PPF der Lieferant, der die "Lichtnahrung" bringt. PPF steht für "Photosynthetic Photon Flux" und misst, wie viele zur Photosynthese nutzbare Photonen (Lichtteilchen) pro Sekunde von einer Lichtquelle ausgestrahlt werden, also nur die Photonen, die innerhalb des PAR-Bereichs liegen.
PPF wird in Mikromol pro Sekunde (μmol/s) gemessen, steht häufig im Spec-Sheet eurer Lampe und gibt Auskunft über die Gesamtmenge des für Pflanzen nutzbaren Lichts, das entsprechende Lampe produziert. Es ist die theoretische Gesamtmenge an verwertbarem Licht, das euren Pflanzen vorgesetzt werden.
Wie viel Watt pro qm Grow? – dabei ist die Frage nach PPF viel besser geeignet. Wir haben deshalb den folgenden Grow Rechner für euch erstellt: Entweder ihr gebt die zu beleuchtende Fläche ein oder die PPF der euch zur Verfügung stehenden Growlampe. Wie immer gilt: Die Berechnung ist nur eine Annäherung und das exakte Ergebnis von weiteren Faktoren abhängig.
Ein hoher PPF-Wert bedeutet nicht automatisch eine hohe Lichtintensität an der Pflanze. Entscheidend sind unter anderem die Größe der beleuchteten Fläche, der Abstand zur Lampe, die Lichtverteilung (einschließlich Reflexionen) und der resultierende PPFD-Wert.
Lumen in PPF umrechnen
Häufig findet ihr in den Herstellerangaben von Lampen statt PPF nur Lumen. Lumen beschreibt die gesamte Lichtmenge, die von einer Lichtquelle abgegeben wird, und bewertet die Helligkeit basierend auf der menschlichen Wahrnehmung. Das passende Sprichwort dazu lautet: Lumen are for Human. Denn Lumen berücksichtigt nicht, wie effektiv Pflanzen das Licht für die Photosynthese nutzen können (PAR).
PPF (Photosynthetic Photon Flux) misst hingegen, wie bereits erwähnt, die Anzahl der photosynthetisch aktiven Photonen im Bereich von 400 bis 700 Nanometern, die pro Sekunde emittiert werden.
Annäherungsweise kann Lumen in PPF umgerechnet werden, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie viel Licht tatsächlich für die Photosynthese genutzt werden kann:
Bitte beachtet, dass dieser Rechner zur Umrechnung von Lumen in PPF auf allgemeinen Näherungswerten basiert. Die Umrechnungsfaktoren für verschiedene Lampentypen, insbesondere für LEDs, können variieren, da jede Lampe ein einzigartiges Lichtspektrum aufweist.
Eine Umrechnung von Lumen in PPF ist nur eine spektrumsabhängige Näherung. Für belastbare Vergleiche sollten Herstellerangaben zu PPF bzw. PPE verwendet werden.
Dieser Rechner dient somit lediglich als Orientierungshilfe und sollte nicht als alleinige Grundlage für wichtige Entscheidungen im Anbau genutzt werden.
PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density)
PPFD steht für "Photosynthetic Photon Flux Density" und misst, wie viele PAR-Photonen pro Sekunde tatsächlich auf einer bestimmten Fläche (1 Quadratmeter) landen. Oder anders ausgedrückt: Es ist die Menge an "Lichtnahrung", die tatsächlich AUF dem Teller bzw. im Magen eurer Pflanzen landet.
PPFD wird in Mikromol pro Quadratmeter und Sekunde (μmol/m²/s) gemessen. Da PPFD die tatsächliche Lichtintensität oder Lichtmenge angibt, die eure Cannabispflanzen erhalten, ist dieser Wert besonders wichtig.
Entsprechend der Wachstumsphase haben sich folgende Werte etabliert:
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Setzlinge: 100-300 μmol/m²/s
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Vegetative Phase: 300-600 μmol/m²/s
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Blütephase: 600-900 μmol/m²/s
Für die Beurteilung der täglichen Lichtmenge (DLI) muss zusätzlich berücksichtigt werden, wie lange (Lichtzyklus) diese Lichtintensität anliegt. Der DLI (Daily Light Integral) beschreibt somit die gesamte Photonenmenge, die eine Fläche innerhalb eines Tages erhält. Mehr dazu erfahrt ihr in den Modulen zum Lichtzyklus und DLI.
Optimale Werte für Cannabispflanzen
Da die optimalen PPFD- und DLI-Werte für Cannabis je nach Wachstumsphase variieren, haben wir sie in der folgenden Tabelle für euch übersichtlich zusammengefasst:
Wachstumsphase | PPFD (μmol/m²/s) | DLI in mol/m²/d | Empfohlene Wellenlängen |
|---|---|---|---|
Setzlinge | 100-300 | 10-20 | Blau 440-460 nm (Peak ~450 nm) |
Vegetative Phase | 300-600 | 20-40 | Blau 450-500 nm (dominant), ergänzt durch Rot 620-650 nm |
Blütephase | 600-900 | 40-60 | Rot 630-670 nm (Peak ~660 nm), optional Fernrot 720-740 nm |
Beachtet bitte, dass diese Werte Richtwerte sind. Verschiedene Cannabissorten können unterschiedlich auf Lichtintensitäten reagieren. Wir empfehlen, mit niedrigeren Werten zu beginnen und diese langsam zu steigern, während ihr die Reaktion eurer Pflanzen genau beobachtet.
Vergleich: PAR vs. PPF vs. PPFD
Lasst uns PAR, PPF und PPFD noch einmal gegenüberstellen und vergleichen:
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PAR ist der Ernährungsberater, der weiß, welches Licht Pflanzen brauchen.
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PPF ist der Lieferant, der angibt, wie viel von diesem Licht produziert wird.
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PPFD ist der Kontrolleur, der misst, wie viel von diesem Licht tatsächlich bei den Pflanzen ankommt.
In der Praxis arbeiten diese Drei eng zusammen:
PAR definiert das nutzbare Lichtspektrum, PPF gibt an, wie viel von diesem Licht von eurer Lampe produziert wird, und PPFD zeigt, wie viel davon tatsächlich eure Pflanzen erreicht.

Lichtquellen und ihre PAR/PPF/PPFD-Leistung
Die Wahl der richtigen Lichtquelle spielt für optimale PAR-, PPF- und PPFD-Werte eine wichtige Rolle. Hier ein grober Vergleich, wie man ihn in vielen Grow-Ratgebern finden kann:
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LED-Lampen: Hohe PAR-Effizienz, präzise steuerbare Spektren, meist gute PPFD-Verteilung.
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HPS-Lampen: Hohe PPF-Werte, besonders effektiv in der Blütephase, aber weniger energieeffizient.
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MH-Lampen: Gute PAR-Werte für die vegetative Phase, aber geringere Effizienz als moderne LEDs.
Experimente zeigen, dass Reflektoren Licht gezielt auf die Anbaufläche lenken können und dadurch die PPFD-Verteilung verbessern. Wie groß der Effekt ausfällt, hängt unter anderem von Reflektorgeometrie, Abstrahlwinkel, Abstand zur Pflanzenfläche und der Umgebung ab.
Praxisteil für Profis: Messung und Auswertung von PAR und PPFD
Genug mit der Theorie! Ihr kennt nun den Unterschied zwischen PAR, PPF und PPFD, und es wird Zeit, dieses Wissen praktisch anzuwenden. Nutzt zum PPFD-Mapping (manchmal fälschlicherweise auch als PAR-Mapping bezeichnet) und zur Erstellung einer Heatmap gerne unser dafür vorgesehenes Tool am Ende des Beitrag:
Für PAR und PPFD verwendet ihr am besten ein Quantum PAR Meter (manchmal auch PPFD Messgerät genannt). Diese Geräte messen die Photonendichte und geben euch präzise Auskunft über die Lichtqualität und -quantität, die eure Pflanzen erhalten. Zu bevorzugen sind dabei eine LED-taugliche Spektralkorrektur, Cosinus-Korrektur und optionales Datalogging/DLI-Anzeige. Nur bedingt geeignet sind Lux-Meter & Smartphone-Apps. Falls ihr dennoch Lux messen wollt, verwendet für eine grobe Umrechnung anschließend unseren Lux-in-PPFD Rechner.
Für die Messung von PPF benötigt ihr spezielle Ausrüstung, wie eine Ulbricht-Kugel, die in der Regel nur in professionellen Laboren verfügbar ist. Als Hobbygärtner konzentriert ihr euch am besten auf PAR und PPFD:
Vorbereitung für die Messung:
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Growlampe 10-15 Minuten warmlaufen lassen (Treiber stabilisieren).
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Sensorlinse des Messgerätes reinigen und Fremdlicht minimieren.
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Sensor waagerecht halten (nur so wirkt die Cosinus-Korrektur korrekt) und Schatten von deinem Körper oder deiner Hand vermeiden.
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PPFD-Werte ermitteln:
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Legt ein Messraster auf Canopy-Höhe (Blätterdach) fest (mind. 3×3, besser 5×5).
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Messt und notiert an jedem Rasterpunkt den PPFD (µmol/m²/s).
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Bei gedimmter Growlampe kurz gegenprüfen, ob Werte plausibel skalieren (also z.B. 100 % vs. gedimmt (z.B. 80 %))
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Tragt die Werte als Matrix/Heatmap ein.
Auswertung & Zielkorridore
Was bedeuten die Kennzahlen?
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Ø (Durchschnitt): Addiert alle gemessenen PPFD-Werte und teilt durch die Anzahl der Messpunkte. Das ist euer typischer Lichtwert am Blätterdach.
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Minimalwert (Min): Der kleinste gemessene PPFD-Wert im Raster (zeigt die schwächste versorgte Stelle).
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Maximalwert (Max): Der größte Wert (zeigt die hellste Stelle).
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Uniformität (U): Zeigt wie gleichmäßig das Licht verteilt ist und wird mit dieser Formel berechnet: U = Min / Ø
Der Wertebereich liegt zwischen 0 und 1. Je näher an 1, desto gleichmäßiger die Ausleuchtung.
Kennzahlen für PPFD-Mapping ausrechnen:
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Schreibt alle PPFD-Messwerte (z. B. aus eurem 3×3- oder 5×5-Raster) untereinander.
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Durchschnitt (Ø) berechnen: Summe aller Werte ÷ Anzahl der Werte.
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Min/Max bestimmen: Kleinsten und größten Wert markieren.
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Uniformität berechnen: Min ÷ Ø.
Wie gut ist gut? (Zielkorridore)
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U ≥ 0,70 → gut/praktikabel (gleichmäßige Versorgung).
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0,60–0,69 → okay, aber da ist Luft nach oben.
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U < 0,60 → ungleichmäßig (ihr solltet Höhe/Dimmer/Reflexionen/Canopy optimieren).
Beispiele zur Einordnung:
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Gute Verteilung:
Messwerte (µmol/m²/s): 700, 760, 720, 650, 800, 690, 600, 740, 680
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Ø = 704 Min = 600 Max = 800
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U = 600 / 704 ≈ 0,85 → sehr gleichmäßig
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Ungleichmäßige Verteilung:
Messwerte (µmol/m²/s): 400, 780, 720, 360, 800, 690, 380, 740, 680
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Ø = 617 Min = 360 Max = 800
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U = 360 / 617 ≈ 0,58 → zu ungleichmäßig
Was tun, wenn U zu niedrig ist (Quick-Fixes in dieser Reihenfolge)?:
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Growlampe etwas höher hängen → Hotspots glätten (beachtet: Ø-PPFD sinkt etwas).
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Dimmung anpassen → Ziel-PPFD treffen; Uniformität bleibt oft ähnlich.
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Seitenwände/Reflektoren prüfen → matte/weiße Flächen helfen bei dunklen Randbereichen.
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Canopy glätten (SCROG, Entlaubung, gleichmäßige Tops) → hebt das Min.
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Raster verfeinern (5×5 statt 3×3) → Hotspots/Löcher genauer finden.
Merkt euch: Uniformität ist Ertragsschutz. Nicht der höchste Peak gewinnt, sondern ein hohes Minimum bei passendem Durchschnitt.
PPFD-Mapping mit interaktiver Heatmap
Falls noch nicht geschehen, ist es nun an der Zeit eure gemessenen Daten in eine Heatmap einzutragen. Nutzt dazu gerne unseren Heatmap-Generator. Allerdings funktioniert dieser am Computer wesentlich besser als am Smartphone:
Optimierung der Beleuchtung im Growroom
Die Optimierung eurer Beleuchtung ist wie das Feintuning eines Orchesters. Hier einige Strategien, die wir erfolgreich angewendet haben:
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Höhenverstellung: Passt den Abstand zwischen Lampen und Pflanzen an, um optimale PPFD-Werte zu erreichen.
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Lichtverteilung: Verwendet mehrere Lichtquellen oder bewegliche Systeme für eine gleichmäßige PPFD-Verteilung.
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Spektrumanpassung: Nutzt bei LED-Systemen die Möglichkeit, das Spektrum an die Wachstumsphase anzupassen.
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Lichtzyklen: Experimentiert mit verschiedenen Lichtzyklen, um das tägliche Lichtintegral (DLI) zu optimieren.
Nehmt insbesondere den Daily Light Integral (DLI) ernst: Er ist der nächste große Schritt zur optimalen Beleuchtung, weil er PPFD und Beleuchtungsdauer bzw. Lichtzyklus zu einer einzigen, praxisrelevanten Kennzahl verbindet. Nutzt unseren DLI-Rechner, bestimmt euren Zielbereich für Veg und Blüte und justiert anschließend PPFD bzw. Lichtzeiten entsprechend. So schließt ihr die Lücke zwischen „gut ausgeleuchtet“ und „wirklich optimal beleuchtet“.
Exkurs: PPE (Photosynthetic Photon Efficacy)
PPE beschreibt, wie effizient eine Lampe elektrische Energie in photosynthetisch nutzbare Photonen umwandelt.
Der Wert wird in µmol/J angegeben und berechnet sich vereinfacht als:
PPE = PPF ÷ elektrische Leistung
Beispiel: Eine Leuchte erzeugt 1.000 µmol/s bei 500 W:
1.000 ÷ 500 = 2,0 µmol/J
Je höher der PPE-Wert, desto mehr Photonen erzeugt eine Leuchte pro eingesetztem Joule elektrischer Energie. Für den Vergleich von Grow-LEDs ist PPE deshalb ein wichtiger Kennwert.
Häufige Fehler und Missverständnisse
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"Mehr Licht ist immer besser": Zu hohe PPFD-Werte können zu Lichtschäden führen.
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"PAR ist alles": PAR allein sagt nichts über die Lichtintensität aus. PPFD ist ebenso wichtig.
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"PPFD-Werte sind überall gleich": Die PPFD-Verteilung kann stark variieren, weshalb ein regelmäßiges Mapping wichtig ist.
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"Lampen-Watt = Lichtqualität": Watt sagt nichts über PAR oder PPFD aus. Eine 600W HPS-Lampe kann weniger nutzbare Strahlung liefern als eine 300W LED-Lampe.
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"Einmal eingestellt, immer gut": Die Lichtbedürfnisse ändern sich mit dem Wachstum der Pflanzen, weshalb eine regelmäßige Anpassung sinnvoll ist.
Exkurs: YPF (Yield Photon Flux)
Einen Wert haben wir bislang noch nicht genannt und zwar den YPF-Wert. YPF beschreibt den PAR-Photonenstrom gewichtet nach der photosynthetischen Wirksamkeit (klassisch McCree-Kurve 400–700 nm). Anders als PPF (ungewichtet) bezieht sich YPF auf Spektralbereiche, die Pflanzen effizienter nutzen. In der Praxis haben sich jedoch PPF/PPFD und PPE (µmol/J) als Vergleichswerte durchgesetzt, weil sie leichter messbar und standardisiert sind. Für YPF bräuchtet ihr die Spektralverteilung der Lampe, was im Alltag selten vorliegt. Nutzt YPF daher eher als Hintergrundwissen; für Kaufentscheidungen und Set-Planung bleiben PPFD, DLI und evlt. noch PPE maßgeblich.
Fazit
Unser Ausflug zurück in den Physikunterricht hat uns gezeigt, wie komplex und faszinierend das Thema Cannabis-Bleuchtung ist. PAR, PPF und PPFD sind mehr als nur trockene physikalische Begriffe, sie sind der Schlüssel zu gesunden, ertragreichen Cannabispflanzen Zusammenfassend lässt sich sagen:
PAR beschreibt den relevanten Spektralbereich, PPF die gesamte Photonenmenge einer Leuchte und PPFD die Photonenflussdichte auf der Anbaufläche. Für die praktische Beleuchtungsplanung sind neben des PPFD-Wertes auch dessen räumliche Verteilung und der DLI relevant.
FAQ zu PAR, PPF & PPFD
Was ist PAR?
PAR (Photosynthetically Active Radiation) bezeichnet den Wellenlängenbereich des Lichts zwischen 400 und 700 nm, den Pflanzen für die Photosynthese nutzen können.
Was bedeutet PPF?
PPF (Photosynthetic Photon Flux) beschreibt die Gesamtmenge der von einer Lichtquelle pro Sekunde emittierten PAR-Photonen. Die Einheit ist μmol/s.
Was ist PPFD?
PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density) gibt an, wie viele PAR-Photonen pro Sekunde auf einer bestimmten Fläche ankommen. Die Einheit ist μmol/m²/s.
Warum ist PPFD für die Beleuchtungsplanung wichtiger als PPF?
PPF beschreibt die gesamte Photonenmenge einer Leuchte. PPFD zeigt dagegen, wie diese Photonen auf einer bestimmten Fläche ankommen. Für die Beurteilung der tatsächlichen Lichtversorgung einer Anbaufläche ist PPFD deshalb meist aussagekräftiger.
Wie beeinflusst der Abstand die PPFD?
Mit zunehmendem Abstand zwischen Lichtquelle und Pflanzenfläche verändert sich die PPFD. Wie stark die Werte sinken, hängt unter anderem von der Größe und Geometrie der Leuchte, der Optik und dem Abstrahlwinkel ab.
Was ist DLI und wie hängt er mit PPFD zusammen?
DLI (Daily Light Integral) beschreibt die tägliche Lichtmenge, die eine Pflanze erhält. Er wird aus der PPFD über die Beleuchtungsdauer eines Tages berechnet und in mol/m²/Tag angegeben.
Welche PPFD-Werte benötigen typische Nutzpflanzen?
Die benötigten Werte variieren je nach Art und Wachstumsphase. Cannabis liegt zum Beispiel in der Wachstumsphase bei etwa 280 μmol/m²/s und in der Blütephase bei bis zu 900 μmol/m²/s.
*Disclaimer: Unsere Inhalte und Rechner dienen nur zur Orientierung. Mess-, Berechnungs-, Rundungs- oder Eingabefehler sowie gerätespezifische Abweichungen können die Ergebnisse verfälschen. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität und haften nicht für Folgeschäden, Ertragsausfälle oder Fehlinvestitionen, die aus der Nutzung unserer Inhalte entstehen. Prüft eure Settings, messt nach und trefft Kaufentscheidungen eigenverantwortlich. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung.
Quellenverzeichnis und weiterführende Informationen
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DesignLights Consortium (DLC) (2025, 24. April). Photosynthetic Photon Efficacy (PPE). https://designlights.org/glossaries/photosynthetic-photon-efficacy-ppe/
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Stallknecht, E. (2025). Calculating and Using Daily Light Integral (DLI): An Introductory Guide. Virginia Cooperative Extension, Publication SPES-720NP. https://www.pubs.ext.vt.edu/content/pubs_ext_vt_edu/en/SPES/spes-720/spes-720.html
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Mills, T. & Dunn, B. (2016, November). LED Grow Lights for Plant Production. Oklahoma Cooperative Extension Service, Fact Sheet HLA-6450. https://extension.okstate.edu/fact-sheets/led-grow-lights-for-plant-production.html
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Steil, A. (2023, Dezember). How to Determine How Much Supplemental Light to Provide for Indoor Plants. Iowa State University Extension and Outreach. https://yardandgarden.extension.iastate.edu/how-to/how-determine-how-much-supplemental-light-provide-indoor-plants
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Huang, J. J., Guan, Z., Hong, X. & Zhou, W. (2023). Performance evaluation of a novel adjustable lampshade-type reflector (ALR) in indoor farming practice using choy sum (Brassica rapa var. parachinensis). Frontiers in Plant Science, 13, Artikel 1057553. https://doi.org/10.3389/fpls.2022.1057553